Osmoseanlage Abwasser: Wie viel Wasser verbraucht sie wirklich?
Warum eine Osmoseanlage überhaupt Abwasser braucht
„Verschwendet so eine Anlage nicht jede Menge Wasser?“ Diese Frage bekommen wir von VivaQuell fast genauso oft wie die nach dem Einbau. Und sie ist berechtigt: Jede Umkehrosmoseanlage leitet einen Teil des Wassers in den Abfluss.
In diesem Ratgeber rechnen wir dir offen vor, wie viel Abwasser wirklich anfällt, was das in Euro kostet und wie es im Vergleich zu deinem übrigen Wasserverbrauch aussieht. Außerdem zeigen wir dir, wie du das Verhältnis mit ein paar einfachen Handgriffen gut hältst.
So funktioniert die Membran
Herzstück jeder Umkehrosmoseanlage ist eine sehr feine Membran. Der Druck deiner Wasserleitung presst das Wasser hindurch. Wassermoleküle passieren die Poren, der Großteil der gelösten Stoffe wie Kalk bleibt davor zurück.
Würden diese Stoffe einfach liegen bleiben, wäre die Membran nach kurzer Zeit verstopft. Deshalb strömt auf der Vorderseite ständig etwas Wasser an ihr vorbei und spült die zurückgehaltenen Stoffe in den Abfluss. Dieses Spülwasser nennt man Abwasser oder Konzentrat.
Weil die Membran langsam und gründlich arbeitet, sammelt ein Tank das gefilterte Wasser für dich. Er gehört bei allen unseren Anlagen von 5 bis 8 Stufen immer zum Lieferumfang, genau wie der eigene Osmose-Hahn. So kannst du jederzeit zügig ein Glas oder einen Topf füllen, während die Membran im Hintergrund in Ruhe nachfiltert.
Abwasser ist kein schmutziges Wasser
Das Wort klingt schlimmer, als es ist. Das Abwasser einer Osmoseanlage ist ganz normales Leitungswasser, nur mit etwas mehr Kalk und gelösten Mineralien als vorher. Mit Toilettenabwasser hat es nichts zu tun.
Genau deshalb kannst du es auch weiter nutzen, wenn du möchtest. Dazu kommen wir weiter unten.
Übrigens: Ohne diese Spülung würde sich die Membran schnell zusetzen und müsste viel öfter getauscht werden. Das Spülwasser ist also der Grund, warum eine Membran bei guter Pflege rund zwei Jahre hält.
Wie viel Abwasser fällt wirklich an?
Bei unseren Anlagen liegt das Verhältnis bei etwa 1 zu 2. Für einen Liter gefiltertes Wasser fließen also rund zwei Liter Spülwasser in den Abfluss. Das gilt für alle unsere Anlagen von 5 bis 8 Stufen gleichermaßen.
Ältere oder sehr einfache Anlagen arbeiten teils mit 1 zu 3 bis 1 zu 4. Ein gut abgestimmter Durchflussbegrenzer sorgt bei uns dafür, dass die Membran ausreichend gespült wird, ohne unnötig viel Wasser zu verbrauchen.
Verhältnis ca. 1 zu 2 bei gutem Wasserdruck. Bei niedrigem Druck kann etwas mehr Spülwasser anfallen.
Was unsere Kundschaft sagt
Ein Käufer aus unserem eBay-Shop hat es zur 5-Stufen-Anlage kurz zusammengefasst: „Alles gut. Funktioniert sehr gut. Leichter Aufbau. Wenig Abwasser.“ Genau so soll es sein.
Das Rechenbeispiel für eine Familie
Nehmen wir eine vierköpfige Familie, die täglich 8 Liter gefiltertes Wasser nutzt. Das reicht für Trinkwasser, Kaffee, Tee und einen Teil des Kochwassers. Dafür fallen rund 16 Liter Spülwasser an, zusammen also 24 Liter am Tag.
Aufs Jahr gerechnet sind das knapp 8,8 Kubikmeter. Trinkwasser und Abwassergebühr kosten in Deutschland zusammen im Schnitt etwas mehr als 4 € pro Kubikmeter, je nach Region weniger oder mehr. Damit liegen die Wasserkosten der Anlage bei rund 35 € im Jahr.
| Haushalt | Gefiltert pro Tag | Spülwasser pro Tag | Wasserkosten pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Single | 2 l | 4 l | ca. 9 € |
| Paar | 4 l | 8 l | ca. 18 € |
| Familie (4 Personen) | 8 l | 16 l | ca. 35 € |
Annahmen: Verhältnis 1 zu 2 und 4 € pro Kubikmeter für Trinkwasser und Abwasser zusammen. Dein genauer Preis steht auf deiner Wasserrechnung.
Ein Liter gefiltertes Wasser kostet etwa 1 Cent
Rechnet man Trinkwasser und Spülwasser zusammen, kostet dich ein Liter gefiltertes Wasser an Wassergebühren nur gut einen Cent. Ein Liter Wasser aus der Flasche liegt je nach Marke oft bei 20 bis 60 Cent.
Dazu kommen bei der Anlage noch die Ersatzfilter. Die komplette Rechnung mit Anschaffung, Filtern und Wasser findest du im Ratgeber Osmoseanlage Kosten oder in unserem Kostenrechner.
Rechne mit deinem eigenen Wasserpreis
Der Wasserpreis unterscheidet sich in Deutschland je nach Wohnort deutlich. In manchen Regionen zahlst du unter 3 € pro Kubikmeter, in anderen über 5 €. Deinen genauen Preis findest du auf der Jahresabrechnung deines Wasserversorgers oder deiner Nebenkostenabrechnung.
So rechnest du: Addiere den Preis für Trinkwasser und für Schmutzwasser pro Kubikmeter. Nimm deine täglichen Liter gefiltertes Wasser mal drei, denn so viel fließt inklusive Spülwasser durch die Anlage. Das Ergebnis mal 365 und geteilt durch 1.000 ergibt deine Kubikmeter im Jahr, die du dann mit deinem Preis multiplizierst.
Abwasser im Vergleich zu deinem Alltag
Ob 16 Liter am Tag viel oder wenig sind, zeigt erst der Vergleich. In Deutschland verbraucht jede Person im Schnitt rund 125 Liter Wasser am Tag. Eine vierköpfige Familie kommt also auf etwa 500 Liter.
Typische Richtwerte. Je nach Gerät und Gewohnheit kann dein Verbrauch abweichen.
Das Spülwasser einer Familie entspricht also etwa zwei Toilettenspülungen am Tag oder gut einem Viertel einer kurzen Dusche. Am gesamten Wasserverbrauch eines Haushalts macht das nur wenige Prozent aus.
Wo im Haushalt sich Wasser wirklich sparen lässt
Wenn du insgesamt Wasser sparen möchtest, lohnt sich der Blick auf die großen Verbraucher. Duschen, Toilette und Waschmaschine machen den größten Teil aus, Trinken und Kochen nur einen kleinen.
- Sparduschkopf: spart bei jeder Dusche oft viele Liter, ohne dass du viel davon merkst
- Spartaste an der Toilette: für kleine Spülungen konsequent nutzen
- Spül- und Waschmaschine voll beladen: lieber seltener und dafür voll laufen lassen
- Tropfende Hähne reparieren: ein undichter Hahn verliert über das Jahr erstaunlich viel Wasser
Schon einer dieser Punkte spart im Alltag meist mehr Wasser, als deine Osmoseanlage als Spülwasser braucht.
Und andere Filterlösungen?
Eine Filterkanne erzeugt kein Spülwasser, reduziert Kalk aber nur teilweise und braucht häufig neue Kartuschen. Bei einer Familie mit hohem Verbrauch wird das schnell unpraktisch und es fällt laufend Kartuschenmüll an.
Eine zentrale Enthärtungsanlage für das ganze Haus braucht ebenfalls Spülwasser, wenn sie sich regeneriert, dazu regelmäßig Salz und einen Fachbetrieb. Jede Lösung hat also ihren Preis. Einen ehrlichen Vergleich aller Möglichkeiten gegen Kalk findest du im Ratgeber Kalk im Leitungswasser.
Und die Umwelt?
Ganz ohne Wasser geht es nicht, das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Auf der anderen Seite fallen mit einer eigenen Anlage keine Flaschen, kein Leergut und keine Transportwege für Wasserkisten mehr an.
Leitungswasser ist in Deutschland zudem gut kontrolliert und wird direkt zu dir ins Haus geliefert. Mehr zu diesem Gedanken liest du im Beitrag Plastikfrei leben beginnt beim Wasser.
So hältst du das Abwasser gering
Das Verhältnis von 1 zu 2 erreichst du, wenn die Anlage gut eingestellt ist und regelmäßig gepflegt wird. Mit diesen Schritten bleibt sie effizient.

Schritt 1: Wasserdruck prüfen
Die Membran arbeitet am besten bei 3 bis 6 bar. Ist der Druck zu niedrig, läuft mehr Wasser ungenutzt in den Abfluss und der Tank füllt sich langsamer. Deinen Leitungsdruck erfährst du bei deinem Wasserversorger oder mit einem einfachen Manometer.
Schritt 2: Filter rechtzeitig wechseln
Verstopfte Vorfilter bremsen den Druck an der Membran. Tausche Vorfilter und Nachfilter deshalb alle 3 bis 6 Monate und die Membran etwa alle 2 Jahre. Die passenden Sets findest du unter Ersatzfiltersets.
Schritt 3: Durchflussbegrenzer passend zur Membran
Der Durchflussbegrenzer bestimmt, wie viel Spülwasser fließt. Er muss zur Leistung deiner Membran passen. Wenn du die Membran-Stärke wechselst, frag uns kurz, welcher Begrenzer dazu gehört.
Schritt 4: Die Anlage jährlich desinfizieren
Eine saubere Anlage arbeitet gleichmäßiger. Wir empfehlen eine jährliche Desinfektion, am besten zusammen mit einem Filterwechsel. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber zum Filterwechsel.
Abwasser sinnvoll weiter nutzen
Normalerweise läuft das Spülwasser über einen Schlauch direkt in den Abfluss unter deiner Spüle. Wer möchte, kann es aber auch auffangen, etwa in einem Kanister. Gerade nach einem Filterwechsel, wenn die Anlage rund 20 Minuten gespült wird, kommt einiges zusammen.
- Blumen und Garten gießen: Für die meisten Pflanzen ist das Spülwasser völlig in Ordnung. Kalkempfindliche Pflanzen wie Orchideen gießt du besser mit dem gefilterten Wasser.
- Putzen: Für Böden und grobe Reinigung eignet es sich gut. Für Fenster nimmst du lieber Osmosewasser, das trocknet ohne Kalkränder.
- Toilette spülen: Ein Eimer Spülwasser ersetzt eine Spülung aus der Leitung.
Wichtig: Trinken solltest du das Spülwasser nicht, denn es enthält genau die Stoffe, die die Membran zurückgehalten hat. Weitere Ideen rund ums gefilterte Wasser findest du im Beitrag Osmosewasser im Alltag.
Häufige Fragen zum Abwasser der Osmoseanlage
Warum fällt bei niedrigem Wasserdruck mehr Abwasser an?
Je weniger Druck auf der Membran liegt, desto weniger Wasser schafft es hindurch. Der Anteil des Spülwassers steigt dann. Liegt dein Druck deutlich unter 3 bar, sprich uns an, dann finden wir gemeinsam eine Lösung.
Fällt im Winter mehr Abwasser an?
Bei sehr kaltem Leitungswasser arbeitet die Membran etwas langsamer. Der Tank braucht dann länger zum Füllen und der Anteil des Spülwassers kann leicht steigen. Im Sommer arbeitet sie dagegen etwas schneller.
Haben Anlagen mit mehr Stufen mehr Abwasser?
Nein. Das Abwasser entsteht nur an der Membran. Zusätzliche Stufen wie Mineralfilter oder Biokeramik sitzen dahinter und ändern das Verhältnis nicht. Welche Anlage zu dir passt, liest du im Ratgeber 5, 6, 7 oder 8 Stufen.
Wie wird der Abwasserschlauch angeschlossen?
Der Schlauch wird mit einer Abflussschelle am Abflussrohr unter deiner Spüle befestigt, oberhalb des Siphons. Wie das genau geht, zeigt unser Ratgeber Osmoseanlage selbst einbauen.
Merke ich das Abwasser auf meiner Wasserrechnung?
Kaum. Bei einer Familie sind es im Beispiel rund 35 € im Jahr für Trinkwasser und Spülwasser zusammen. Das ist deutlich weniger als die meisten Haushalte für Flaschenwasser ausgeben.
Fazit: Ein bisschen Spülwasser für viel gutes Wasser
Ja, eine Osmoseanlage braucht Spülwasser, und das sagen wir dir ganz offen. Bei unseren Anlagen liegt das Verhältnis bei etwa 1 zu 2, für eine Familie also rund 16 Liter am Tag.
Das entspricht etwa zwei Toilettenspülungen und kostet im Jahr nur wenige Euro. Dafür bekommst du kalkarmes, gefiltertes Wasser direkt aus dem eigenen Hahn, ohne Flaschen und ohne Kistenschleppen. Wenn du Fragen zu deinem Wasserdruck oder deiner Küche hast, beraten dich Imke und Laura gerne persönlich.
Effizient und ehrlich
Gefiltertes Wasser für gut 1 Cent pro Liter.
Osmoseanlagen mit Verhältnis 1 zu 2, Tank und eigenem Hahn. Ohne Strom, selbst eingebaut in ca. 1 Stunde.
Zu den Osmoseanlagen → Deine Ersparnis berechnenFragen zu Wasserdruck oder Einbau? Schreib uns, wir beraten dich persönlich.


